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Optical Analytical measuring from Jena

The origin of the industrial manufacturing of optical analytical measuring devices.

Die Wiege der industriellen Fertigung von Analysenmessgeräten stand an der Saale. Genauer gesagt in der Optischen Werkstatt von Carl Zeiss - gegründet 1846 in Jena. Hier wurden auch Mikroskope gefertigt, nach bestem Wissen und nach bester Erfahrung, wie in vielen anderen Werkstätten auch.

Aber Carl Zeiss hatte als weitblickender Unternehmer damals erkannt, dass der Markt den bestraft, der innovativ zu spät kommt. So versuchte er - erfolgreich, wie wir heute wissen - den Jenaer Physiker und Mathematiker Ernst Abbe 1866 zu überzeugen, in seine Firma einzutreten.

Das Ziel war, bei Zeiss die althergebrachte Arbeitsweise des "Pröbeln" (Trial-and-Error) bei der Fertigung von Optiksystemen durch naturwissenschaftliche Methoden zu revolutionieren. Das heißt, die Optiken sollten berechnet werden. Dieser Herausforderung stellte sich Abbe sehr erfolgreich. Für die Berechnung der Optiken wurden objektive Messwerte für den Brechwert und die Dispersion der Glassorten benötigt. Daraus ergab sich zwingend die Notwendigkeit, geeignete Messmittel zu entwickeln und zu bauen.

Die Entwicklung der ersten optischen Analysenmessgeräte war somit am Anfang reiner Egoismus der Mikroskopbauer, und nicht dem Mars geschuldet, wie meistens 100 Jahr später. Das Messmittel zur Brechwertbestimmung war das später weltberühmte Abbe-Refraktometer.

Ernst Abbe konstruierte das erste Abbe-Refraktometer 1869. 1874 veröffentlichte er eine Abhandlung über "Neue Apparate zur Bestimmung des Brechungs - und Zerstreuungsvermögens fester und flüssiger Körper" in Mauke?s Verlag Jena, wo er neben der zugrundeliegenden Theorie auch erstmals die Anwendung des Abbe-Refraktometers zur Bestimmung der Brechzahl von Flüssigkeiten beschrieb.

So wurde der Weg bereitet, aus dem Abbe-Refraktometer als einem Messmittel der optischen Industrie, eines der am weitesten verbreiteten optischen Analysenmessgeräte in chemischen und physikalisch-chemischen Instituten, Nahrungsmitteluntersuchungsämtern, Materialprüfanstalten, Apotheken und Industrielaboratorien zu machen. Die Informationen, die man aus dem Brechwert ableiten kann, sind im Wesentlichen die Identifizierung reiner Substanzen, Informationen zur Reinheit und Konzentrationsbestimmungen.

1874 veröffentlichte Carl Zeiss auch den ersten Flyer zur Markteinführung seiner optischen Analysenmessgeräte "Spectrometer und Refractometer" (Druck von W. Ratz in Jena). Das "Grosse Refractometer" wurde für Mark 225 angeboten, mit dem Hinweis "Mir unbekannte Besteller wollen den Betrag vor Auslieferung der Instrumente gefälligst einsenden". Das ist verständlich, denn ein Zeiss-Geselle hätte fast drei Monate gebraucht, um das Geld für ein "Grosses Refractometer" zu erarbeiten.

Bis zum Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde das Abbe-Refraktometer exclusiv bei Zeiss Jena gefertigt. Danach stiegen andere aufgrund übereigneter Patente andere Firmen in die Produktion ein, wie Adam Hilgar und Stanley in Großbritannien, Spencer Lens Co., Bausch & Lomb, Gaertner and Valentine in den USA. Und auch heute, nach über 140 Jahren, gehört das Abbe-Refraktometer noch lange nicht zum alten Eisen.

 

Ausschnitt aus dem ersten Einblatt-Prospekt "Spektrometer und Refraktometer"

Source:
The Evolution of the Abbé Refraktometer , R. A. Paselk; Bulletin of tht Scientic Instrument Society 62 (September 1999); Hundert Jahre optische Analysenmessgeräte aus JENA 1975; Fortschritt, Technik, Tradition - Hrsg. VEB Carl Zeiss Jena 1975; Das Fundament für Leistung. Die Geschichte der Zeiss Analysentechnik; Carl Zeiss - Leben und Werk, Paul G Esche; Photographie - 150 Jahre Kameras aus Dresden, Hrsg. VEB Pentagon Dresden

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