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Die Geschichte des Standorts Eisfeld

Geschichte vor 1945

Die Geschichte der Ferngläser ist untrennbar mit der Firma Carl Zeiss Jena verknüpft auf die auch die Wurzeln unserer Produktgeschichte zurückgehen. Die Geräteklasse der Ferngläser als die am meisten verbreitete Art der terrestrischen Fernrohre kann mittlerweile auf eine über 100-jährige Tradition verweisen, nachdem durch die Firma Carl Zeiss Jena am 9. Juli 1893 mit dem Deutschen Reichspatent Nr. 77086 „Doppelfernrohr mit vergrößertem Objektivabstand“ der Grundstein für die Ferngläser in der heute bekannten Art gelegt wurde. Bereits in diesem Jahr wurden die ersten sogenannten „Doppelfeldstecher“ praktisch ausgeführt. Etwa zur gleichen Zeit, 1892, ist auch das erste Zielfernrohr für Gewehre entstanden.

An der anschließenden raschen Entwicklung dieses Produktzweiges hatte die Firma Carl Zeiss Jena entscheidenden Anteil. Bis 1900 wurden hier bereits 10.000 Prismenferngläser produziert. 1903 wurde das erste Aussichtsfernrohr vorgestellt. 1919 gab es erste Ferngläser mit Weitwinkelokularen (70 Grad scheinbares Sehfeld). 1920 wurden neue Zielfernrohre erstmals mit Linsenumkehrsystem für das jagdliche Schießen angeboten. Bereits 1922 wurden von Zeiss erste Zielfernrohre mit veränderlicher Vergrößerung vorgestellt. 1926 kamen Geradsichtferngläser mit Dachkantprismen hinzu. Im Jahr 1936 wurden durch Zeiss erstmalig reflexionsmindernde optische Beläge für diese Erzeugnisse zur Erhöhung des Lichtdurchlasses bzw. der Transmission vorgestellt. In den 30er und 40er Jahren erlebte die Entwicklung der visuellen Beobachtungs- und Zieleinrichtungen bedingt durch die forcierte Rüstungsentwicklung des 2. Weltkrieges einen Höhepunkt. Es wurde ein sehr breites Spektrum an Geräten angeboten, daß in den Kriegsjahren durch zahlreiche Militärmodelle erweitert wurde. Bereits in dieser Zeit wurden Asphären angewandt und Magnesium für Gehäuse eingesetzt.


Geschichte nach 1945

Mit Beendigung des 2. Weltkrieges verließen viele führende Mitarbeiter das Werk in Jena und es wurden große Teile des Werkes demontiert. Bei dem Neuanfang in den Jahren nach dem Krieg wurde das Sortiment stark „bereinigt“ und es erfolgte eine Konzentration auf die bewährten Fernglasmodelle 7x50, 10x50 und 8x30, die in Summe mit bis zu 200.000 Stück jährlich produziert wurden.

1952 wurde in Eisfeld ein Betriebsteil des Unternehmens VEB Carl Zeiss JENA etabliert. Ausgehend von Aufgaben als Lieferant von Einzelteilen und Vorprodukten für die Carl-Zeiss-Werke in Jena entwickelte sich der Betrieb in den Folgejahren kontinuierlich zum Produzenten von feinmechanisch-optischen Konsumgütern und Industrieprodukten.

Der wissenschaftliche Stand wurde mit dem heute noch anerkannten Grundlagenwerk von Albert König und Horst Köhler „Die Fernrohre und Entfernungsmesser“, erschienen im Springer-Verlag 1959 in der 3., völlig neu bearbeiteten Auflage, dokumentiert. Die zur Anwendung kommenden physikalischen Gesetze sind zu diesem Zeitpunkt bereits umfassend untersucht und werden systematisch auf neue und weiterentwickelte Produkte angewandt. Die technische Entwicklung ist neben der Detailverbesserung gekennzeichnet durch die immer bessere Anpassung an die Wünsche der Nutzer und ihren unterschiedlichen Anforderungen.

In den 50er und 60er Jahren erfolgte die Serienfertigung der Kleinbildsucherkamera „Werra“ mit über 1 Mio. Exemplaren. Mitte der 60er Jahre wurde die Produktion von Ferngläsern und Zielfernrohren aus dem ehemaligen F-Betrieb in Jena nach Eisfeld ausgelagert und mit der Fertigung optischer Analysenmessgeräte begonnen.

Ab Mitte der 70er Jahre wurde wieder stärker an Neuentwicklungen gearbeitet. Aus dieser Zeit stammt auch die Geradsichtfernglasreihe mit den Modellen 8x32 und 10x40. Die ausgezeichneten Hochleistungsfernrohre NOBILEM 8x50 und 12x50 wurden jedoch auf Grund der hohen Aufwände und technischen Anforderungen nur kurze Zeit gebaut. Sie wurden Mitte der 80er Jahre durch gleichnamige Modelle, die auf der Grundlage umfangreicher Konzeptstudien entstanden, abgelöst. Diese Modellreihe wurde schrittweise durch weitere Modelle und Varianten ergänzt und in den letzten Jahren designmäßig überarbeitet.


Ausbau des Produktionsstandortes Eisfeld in den 80er Jahren

Der Ausbau der Produktionskapazitäten bei Ferngläsern und Analysenmessgeräten führte in den 80er Jahren zur Entwicklung neuer Generationen optoelektronischer Messgeräte und zur Erweiterung des Fernglas- und Zielfernrohrsortimentes durch Neu- und Weiterentwicklungen. Die Position als größter Fernglasproduzent in Europa konnte dabei gefestigt und ausgebaut werden. Es waren etwa 1.100 Beschäftigte im Eisfelder Betrieb tätig und es wurden etwa 300.000 Stück Ferngläser und Zielfernrohre jährlich produziert.


Zeitgeschehen nach 1990

Am 1. August 1991 erfolgte die Übernahme des Werkes Eisfeld der Jenoptik Carl Zeiss Jena GmbH mit 550 Beschäftigten durch Herrn Bernhard Docter der dem Werk und den Erzeugnissen seinen Namen gab. Die Firma trat nun als Docter-Optic-Eisfeld GmbH am Markt auf und führte die traditionsreiche Fertigung von Ferngläsern, Zielfernrohren, Spektiven, Lupen und optoelektronischer Messtechnik fort.

Als anerkannter Produzent blankgepresster Asphären war es ein wichtiges Ziel in der Firmenstrategie, den Einsatz von Asphären in der abbildenden Optik voranzubringen. Die erste Realisierung erfolgte in den Okularen des Zielfernrohres 8x56 und im Okular der NOTAREM-Geradsichtferngläser. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden das Verfahren des Blankpressens soweit optimiert, dass die für eine Serienfertigung erforderliche Qualität erzielt wurde. Größere Stückzahlen der Asphären wurden auch in der neu geschaffenen Produktkategorie „Strahler“ verbaut. Hier sind es insbesondere die batteriebetriebenen Kompaktstrahler, denen besonderes Augenmerk galt.

Insgesamt erfolgte eine starke Erweiterung des Sortimentes insbesondere bei Zielfernrohren, die in letzter Zeit durch Geräte mit beleuchteten Absehen ergänzt worden. An vielen Stellen ist das Finish deutlich verbessert wurden. Es soll nicht verhehlt werden, dass auch große Anstrengungen auf konstruktiven und technologischem Gebiet darauf verwandt wurden, die Produktqualität zu sichern und ständig weiter zu verbessern.

Die in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte auf dem Gebiet der visuellen Beobachtungs- und Zieleinrichtungen sind zu sehen in:

  • der Einführung des zentrierten Absehens bei Zielfernrohren
  • dem Etablieren von Zielfernrohren mit variabler Vergrößerung als Standardmodelle
  • dem durchgängigen Einsatz von Brillenträgerokularen bei allen neuen Ferngläsern
  • den Verbesserungen in der Modellierung optischer Systeme durch komplexe, hochoptimierende Rechenprogramme mit ausgeklügelten Algorithmen, die seit etwa 15 Jahren auch im unmittelbaren Dialogbetrieb auf PC-Basis genutzt werden können
  • dem Einsatz von CAD in der Gerätekonstruktion und von mathematischen Berechnungsmodellen in der Entwicklung
  • den Fortschritten in der Beschichtungstechnik mit Einführung breitbandentspiegelnder Beläge und von Phasenkorrekturbelag auf Dachkantprismen
  • dem Einsatz von (blankgepressten) Asphären in breiterem Umfang bei Hochleistungsgeräten
  • der verbesserten Umweltresistenz (Gummiummantelung, Wasserdichtigkeit, Stickstoffüllung, bleifreie Gläser)
  • der Schaffung neuer Gerätefeatures wie integrierter Kompass bei Ferngläsern, beleuchtetes Absehen und Parallaxeausgleich bei Zielfernrohren
  • oder völlig neuen Produktgruppen, wie Kompakt-Reflexvisieren.

Am 15. November 1995 meldete das Unternehmen Docter-Optic in Wetzlar für das Gesamtunternehmen Konkurs an. Unter Leitung von Herrn Dr. Wellensieck erfolgte die Konkursverwaltung, infolge derer ein Großteil des Unternehmens an ein Firmenkonsortium bestehend aus Bosch und Hella unter Führung von Rodenstock verkauft wurde. Der Eisfelder Betrieb arbeitete mit circa 230 Beschäftigten unter Konkursbedingungen weiter, während nach Kaufinteressenten gesucht wurde. Dabei stand immer die „Große Lösung“ im Blickfeld, bei der das Unternehmen als Ganzes verkauft werden sollte. Insgesamt wurden Gespräche mit über 30 Interessenten geführt. Mit der amerikanischen Firma MMTI wurde ein Kaufvertrag abgeschlossen, der aber auf Grund der nicht erfolgten Zahlung des Kaufbetrages nie rechtskräftig wurde. Am 15. April 1997 wurde nach weiteren erfolglosen Bemühungen durch die Konkursverwaltung die Schließung des Geschäftsbetriebes in Eisfeld verkündet.


Übernahme Docter-Optic-Eisfeld GmbH durch Analytik Jena

Mit dem 1. Mai 1997 wurde ein Teil des Unternehmens mit einer Belegschaft von 40 Beschäftigten durch die Analytik Jena GmbH weitergeführt, zu der traditionell gute Beziehungen bestanden. Bereits das erste Jahr nach der Übernahme wurde mit guten Umsätzen und Ergebnissen abgeschlossen. Durch die engagierte Arbeit im Marketing- und Verkaufsbereich wurden die Auftragsbücher gut gefüllt, die Mehrzahl der Fachhandels- und Industriepartner, die durch die Wirren um die DOCTER-Werke verunsichert waren, konnten zurückgewonnen werden. Inzwischen ist die Zahl der Mitarbeiter am Standort Eisfeld wieder auf über 100 angewachsen.

Besonderes Augenmerk wird bei der DOCTER-Produktpalette auch weiterhin auf ein hohes Qualitätsniveau, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, perfekten Kundennutzen und ausgewogenes Design gelegt. Selbstverständlich wird der Innovationsbedarf bei den Eisfelder Produkten durch jetzt möglich gewordene Synergieeffekte weiter vorangetrieben. Ziel ist es, die Modellvielfalt bei DOCTER-Ferngläsern anwendungsgerechter zu gestalten. Die am Markt gefragten DOCTER-Zielfernrohre für Jäger werden mit modernen leistungsfähigen Optiken ausgestattet, die eine sichere Handhabung und eine hohe Treffgenauigkeit garantieren.

Es bleibt festzuhalten, dass durch eine mutige unternehmerische Entscheidung und extrem hohe Motivation aller Mitarbeiter ein bedeutendes optisches Werk in Thüringen erhalten wurde und damit Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Für den Markt definiert sich ein leistungsfähiger und innovationsfreudiger deutscher Optikhersteller neu und wird seine Klientel weiterhin mit innovativen Produkten „Made in Germany“ überraschen.


Ein Standort für die Zukunft

Mit der am 2. Juni 1999 erfolgten Umwandlung der Analytik Jena in eine Aktiengesellschaft und dem am 3. Juli 2000 durchgeführten Börsengang wurden auch vor diesem Hintergrund die Weichen für ein rasches wirtschaftliches Wachstum gestellt.

Mit der Grundsteinlegung am 27. Mai 2005 für ein neues Firmengebäude, in dem alle Fertigungsbereiche zusammengeführt worden sind, sind wichtige Voraussetzungen für eine zukünftige, erfolgreiche Arbeit des Eisfelder Betriebes geschaffen worden.

Im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (MdL/CDU) wurde am 12. Mai 2006 in Eisfeld ein neues Produktionszentrum der Analytik Jena eingeweiht. Die mit weit über drei Millionen Euro angegebene Investition am Standort Deutschland stelle ein deutliches Zeichen zur Arbeitsplatzsicherung für die mehr als 100 Beschäftigten dar, unterstrich Vorstand Klaus Berka.

Am 1. Mai 2016 erwarb die NOBLEX GmbH den Standort Eisfeld. Die NOBLEX GmbH ist ein Tochterunternehmen der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VF Capital GmbH. Neben dem Geschäft mit den optischen Consumer-Produkten der Marke DOCTER umfasst die Transaktion auch die Fertigung für Teile, Baugruppen und Komponenten für die Analysetechnik, welche die Analytik Jena in ihrem Kerngeschäft vertreibt. „Unsere Unternehmensgruppe ist speziell auf Investitionen in Fertigungsunternehmen ausgerichtet. Mit der Analytik Jena-Niederlassung in Eisfeld haben wir einen sehr erfahrenen Fertigungsstandort mit langer Tradition erworben. Unser Ziel ist es, diesen Standort auszubauen, hier zu investieren und die Ausbildung von Fachkräften fortzuführen. Wir werden allen Beschäftigten eine langfristige Perspektive bieten und bauen darauf, dass wir mit Analytik Jena eine langfristige und für beide Seiten erfolgreiche Kooperation pflegen werden“, sagte der erste Geschäftsführer der NOBLEX GmbH Peter Vey.

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